1. FC Nürnberg - FCB 1:1
Ich kann dieses Spiel nicht einorden. Das liegt nur bedingt daran, daß ich nur Ausschnitte davon gesehen habe; die ARD-Bundesliga-Konferenz habe ich im komatösen Zustand verfolgt.
Aber vor dem Spiel beschlich mich das Gefühl, daß viel drin war - aber kein Sieg.
Es lag wieder einmal am Tabellenende darbenden Club aus Nürnberg, der, so man den Berichten glaubt, wenig ambitioniert das Projekt Klassenerhalt angeht. Dazu kommt die Konstellation, daß mit Breno und Ottl zwei Leihspieler aus München nun bei den Franken spielen, die voraussichtlich auch nächste Saison einen Arbeitsplatz abseits der Säbener Straße benötigen. Sie eine weitere Spielzeit in der Bundesliga beim 1. FCN zu parken, ist eine naheliegende Möglichkeit. Das ist nicht allzu weit weg, was für die Spieler den angenehmen Vorteil hat, wichtigen Dingen wie Friseurbesuchen auch weiterhin in vertrauter Atmosphäere nachgehen zu können. Höhenflüge sind auch nur selten zu erwarten. Und es ist allemal besser als zweite Liga. Ein Leihgeschäft an ambitionierte Vereine empfiehlt sich nicht, das zeigt Toni Kroos in Leverkusen Woche für Woche. Dann lieber Nürnberg. Aber dazu darf der Verein nicht absteigen.
Ich glaube nicht, daß das Spiel absichtlich hergegeben wurde. Aber es gibt weitaus wichtigere Spiele, in denen wieder hundertprozentige Konzentration verlangt wird. Nächsten Samstag zum Beispiel gegen den HSV, gegen den unsere Bilanz der letzten Jahre alles anderes als schön anzusehen ist.
Wie gut ist es dann, einen Trainer wie Louis van Gaal zu haben, der sich demonstrativ vor die Mannschaft stellt und ihr ein gutes Spiel bescheinigt. Ob er das wirklich ernst meint, werden die Spieler in der Besprechung erfahren haben. Schlau, wie er ist, weiß er natürlich, daß er mit diesen Brosamen Journalisten nicht abspeisen kann. Also greift er zur Attacke, indem er auf Nachfragen Sportjournalsten wenig Kenntnisse von Fußball bescheinigt und hält damit seine Mannschaft geschickt aus den Schlagzeilen heraus.
Und er beschert dem Verein, bei dem man immer befürchten muss, daß außer langen Unterhosen noch andere schmutzige Wäsche gewaschen wird, wieder eine ruhige Woche und den Medien ein Thema, das sie bis Samstag in Schach hält.
So lenkt man von einem farb-und folgenlosen Unentschieden bei einem potentiellen Absteiger ab.
Das ist zumindest meisterlich!


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